Beiträge mit Tag ‘Tradition’

Ganz nah – Störche und mehr

Storchen- und Museumsdorf Dissen/ Dešno Herzlich willkommen in Dissen ! Witajśo k nam do Dešna!
Ganz nah am Wendischen
Dissen ist ein wendisches Dorf an der Spree. Die festliche Tanztracht zum Zapust /wendische Fastnacht, die vielen Oster- Bräuche und Kokot/ Hahnrupfen- ein Erntebrauch werden in dem zweisprachigen Dorf gefeiert und liebevoll gepflegt. Diese Feste sind in jedem Jahr wichtige Höhepunkte des Dorflebens. Dabei ist auch die sorbisch/wendische Sprache oftmals noch zu hören, zu lesen und zu erleben.
Ganz nah an Geschichte
Von der schweren Arbeit auf dem Feld, vom Leben der Familien in vergangener Zeit und von den vielen noch gepflegten Bräuchen, erzählt das Heimatmuseum Dissen. Dazu werden viele Trachtenvarianten, allein 20 im Originalzustand, gezeigt. Außerdem finden hier regelmäßig Ausstellungen von Künstlern der Region statt.
Ganz nah am Mittelalter
Bei Stary lud- der Begegnung mit dem alten Volk der Lusitzer befindet man sich auf Zeitreise ins slawische Mittelalter. In den 5 authentisch ausgestattenen Grubenhäusern sieht man, wie unsere Vorfahren das Leben vor ca. 1000 Jahren meisterten. Hier erfährt der Interessierte, u.a. wie Wolle gefärbt, Keramik hergestellt oder Feuer mit Feuerstein und Feuereisen gemacht wurde. Eine eindrucksvolle Kulisse für ein doch sehr wissenschaftlich geprägtes Projekt. Neben den normalen Öffnungszeiten finden ausführliche Führungen zum slawischen Mittelalter von Mitte Mai bis Mitte Oktober jeden Mittwoch um 11.00 und 14.00 Uhr statt.
Ganz nah an Kindern
Wer wissen möchte, warum es in der Lausitz einen Glücksdrachen gibt, wie man Stroh zu Gold spinnen kann und welche Märchen und Sagen in der Umgebung erzählt wurden, der ist im Heimatmuseum richtig. Hier können Kinder mit allen Sinnen Geschichte begreifen. Viele Veranstaltungen und Projekttage laden über das Jahr zum Mitmachen ein.
Ganz nah an Störchen
8-10 Storchennester werden von April bis August belegt, Dissen ist eines der storchenreichsten Dörfer Deutschlands. Bei einer Wanderung durch das Dorf kann man in dieser Zeit, die Störche bei der Aufzucht ihrer Jungen gut beobachten. Von Mai bis August gibt es jeden Dienstag um 11.00 Uhr eine Führung durch das Storchendorf. Eine Ausstellung auf dem Spreeauenhof erzählt Interessantes über Meister Adebar.
Ganz nah am Glauben
Die reizvolle Dorfkirche zeigt sich schon von weitem. Ihre Decke des Kirchenschiffes ist mit hunderten verschiedener Pflanzen, aber auch Tieren und Symbolen verziert. An den Emporen befinden sich sorbisch/wendische und deutsche Inschriften neben der gemalten Lebensgeschichte Jesu. Der Kanzelaltar stellt das Wort Gottes in den Mittelpunkt.

Ganz nah am Teufel
Den Beginn des Spreewaldes zeigt die 3 m hohe Holz -Skulptur vom Teufel mit den Ochsen in der Spreeaue an. Vom Aussichtshügel genießt man einen wunderbaren Blick über die renaturierte Spreeaue. Die Sage von der Entstehung des Spreewaldes: Als der Teufel mit seinem Ochsengespann das Flussbett der Spree pflügte wurden die Ochsen nach einem großen Teil der Strecke müde und brachen aus. Sie zogen den Pflug kreuz und quer. Damit entstanden viele kleine Fließe. Die Verzweigung der Spree und damit der Beginn des Spreewaldes begann in Höhe Dissen.
Ganz nah an Auerochsen
In einem der größten Renaturierungsgebiete Deutschlands –der Spreeaue- fühlen sich über 50 neue Tierarten und Pflanzengemeinschaften in den geschaffenen Teichen und Feuchtwiesen wohl. Auerochsen und Wasserbüffel halten diese Wiesen kurz und bieten Bodenbrütern und Kleintieren neuen Lebensraum. Das Gebiet lädt zum Wandern und Radfahren ein. Geführte Wanderungen gibt es von Mai bis Oktober am 1. Sonntag des Monats und wöchentlich dienstags um 14.00 Uhr.
Ganz nah an Kräutern
Der „neue“ Kräutergarten bietet von Mai bis September einen Einblick in die faszinierende Welt der Heil- und Gewürzpflanzen. Sehen, riechen und schmecken Sie selbst die kulinarische Vielfalt, erfahren Sie bei Führungen altes Kräuterwissen und wie man dieses in der eigenen Küche und in der Hausapotheke anwenden kann. Eine Vielzahl an Sämereien und auch Pflanzen sind hier zu erwerben.

Stary lud – Keule auf Zaun Foto: Gerd Rattei
Storch : Foto Heimatmuseum Dissen
Foto: teufelsberg im Winter Foto : Babette Zenker
Foto: Spinnstube Heimatmuseum Dissen

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Windmühle Straupitz

Windmühle -Technisches Denkmal wird wie vor 100 Jahren betrieben
Als sei sie die Hauptfigur in einem Märchen, steht die Holländermühle Straupitz da und klappert vor sich hin. Drinnen ächzen Zahnräder, schnurren Riemen auf ihren Rollen, schaukeln die Kästen der Kornmühle, saust der Müller im nur mit einem Seil betriebenen Bremsfahrstuhl hin und her. Es ist mollig warm und riecht nach Leinöl. Der Duft stammt an diesem Ort nicht vom Holzfirniss, sondern aus der Leinöl-Mühle im unteren Bereich.
 Daneben ruht die Sägemühle. Die denkmalgeschützte Dreifachmühle von Straupitz ist einer der Mühlenhöhepunkte in Deutschland. 350 Jahre Mühlengeschichte kann der Ort Straupitz sein Eigen nennen. Die heutige Holländermühle wurde vor knapp 200 Jahren, im Jahr 1850, anstelle einer hölzernen Bockwindmühle aus dem Jahr 1640 errichtet. Später kamen die Sägemühle (1885) und die Ölmühle (1910) hinzu. Diese drei Mühlen sind bis heute erhalten und werden wieder betrieben. Damit ist die Dreifachmühle (Windmühle) eine Seltenheit in der europäischen Mühlenlandschaft.
Wer die Mühle betritt, fühlt sich um 100 Jahre zurückversetzt. Die Inneneinrichtung ist aus Holz, die Stufen und Dielen knarren. Wie ein Wunder erscheint es dem Besucher, dass dank der vielen Zahnräder, Riemen, Pressen und Walzen mit Windkraft oder mit E-Motoren bei Windstille aus Korn Mehl, aus Leinsamen Leinöl und aus Baumstämmen Holzbretter und Balken entstehen.
Den ganzen Ablauf zu verstehen, fällt schwer, obgleich mit vielen Hinweisschildern und einem Flyer dem Besucher Orientierung geboten wird. Doch es ist nicht der Anspruch der Betreiber, dass die Besucher jeden Arbeitsschritt bis ins Kleinste nachvollziehen können. Gäste bekommen eine Ahnung, welch schwere Arbeit der Müller hat, um den Ausgangsstoff für das Hauptnahrungsmittel Brot herzustellen. Dazu lässt sich der Besucher begeistern von der Atmosphäre. Wohl nichts funktioniert dort auf Knopfdruck. Fein eingestellte Mechaniken müssen es sein, die dieses Werk am Laufen halten.
Leinölherstellung wie vor 100 Jahren.  Am ehesten nachvollziehen lässt sich in der Straupitzer Mühle die Arbeit des Ölmüllers. Der läuft unermüdlich zwischen Quetsche, Röstpfanne und Presseisen hin und her, legt Holz nach, leert die vollgelaufenen Öl-Eimer, zerbröselt den festgequetschten Ölkuchen als Restbestandteil aus den Leinsamen. In diesem kleinen Raum erleben die Besucher, wie das Straupitzer Leinöl vor 100 Jahren hergestellt wurde und heute noch wird. Als Flachsprodukt war und ist es eines der typischen Nahrungsmittel im Spreewald. Während die Besucher auf Entdeckungstour zwischen der um 360 Grad drehbaren Turmhaube, in die sie nur hineinlugen dürfen, und Ölmühle sind, flitzen der Müller und sieben Angestellte hin und her, damit die Anlage läuft. Denn automatisch funktioniert dies nicht.
 Mehrmals am Tag muss der Müller in die Mühlenkappe hinaufsteigen, um nachzuschmieren und um die Temperatur der Lager zu messen. Diese können sich nämlich durch die Bewegung leicht erhitzen und haben andernorts schon zu so manchem Mühlenbrand geführt. Brot aus Ölkuchenmehl Auf der Entdeckungstour durch die Mühle holt sich der Besucher den rechten Appetit, um noch mehr vom Leinöl zu probieren. Das durfte er schon beim Ölmüller kosten. Aber vielleicht hat es ihm Lust auf mehr gemacht, denn es schmeckt anders als industriell hergestelltes.
Durch das Anrösten hat das Straupitzer Öl sogar eine besonders nussige und milde Note. Im Müllerhaus gibt es ganzjährig das Spreewälder Nationalgericht „Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl“ sowie das heißbegehrte Omega3-Mühlenbrot (in der Nebensaison nur Freitag und Samstag), welches aus Mehl, Roggenschrot und eigenem Lein(öl)kuchenmehl hergestellt wird.
Öffnungszeiten: ganzjährig

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Windmühle Straupitz – Dreifachmühle
Mühlenverein – Holländerwindmühle e.V. Laasower Str. 11a/ 15913 Straupitz / Spreewald

Fotos: Gerd Nowak